Felsenkeller in Unterwittighausen

Damals Kühlschrank – heute Fledermausquartier

Das Kühlen von Speisen und Getränken war vor der Erfindung des Kühlschranks ein großes Problem – ganzjährig mußte Eis zum Kühlen zur Verfügung stehen. Dieses wurde Weihern, Seen oder wie hier in Unterwittighausen dem nahen Wittigbach entnommen.

Der Name Felsenkeller weist auf seine Verwendung bzw. Bauweise hin. Vermutlich wurde der Keller einst in eine natürliche Felskluft geschlagen und wegen mangelnder Stabilität mit Steinen überwölbt.

Üblich waren diese „Kühlhäuser“ bis in das erste Drittel des 20. Jahrhunderts. Vor allem Brauereien und Gasthäuser benötigten das wertvolle Kühlgut, insbesondere für die Reifung und anschließende Lagerung von Bier, Apfelwein und Wein.

Aufgrund der hohen Isolationswirkung der meterdicken Felsen konnte das winterlich eingelagerte Eis darin ganzjährig überdauern.

Die Lufttemperatur lag ohne große Schwankungen bei etwa 8 bis 12 °C. Wird dazu mit Eis weiter gekühlt, so sind noch tiefere Temperaturen über einen langen Zeitraum möglich.

Da es keine oder nur eine geringe Bewetterung (Belüftung) gab, wurde auch darüber keine Wärme eingetragen. Mit dem Aufkommen von elektrischen Kühlanlagen ging die Notwendigkeit zum Erhalt von Felsenkellern stark zurück. Der etwa 14 m lange, 3 m breite und ca. 2,20 m hohe Keller diente während des Zweiten Weltkrieges einigen Einheimischen als Schutzraum.

Zur Sicherheit ließ der damalige Bürgermeister den Eingang in den 1960er Jahren zuschütten. Im Frühjahr 2015 wurde er wieder freigelegt. Künftig soll er Fledermäusen ein Winterquartier bieten.

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